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Witzige Reden Fun Fun Fun

Heinrich Lübke - Originalreden

Bundespräsident von Deutschland 1959 - 1969.

Lübkes Redekunst

Unser zweiter Bundespräsident Dr. h.c. Heinrich Lübke aus Enkhausen im Sauerland ist nicht als großer Staatsmann in die Nachkriegsgeschichte eingegangen, sondern als ungelenker Redner. Mit seinen zahllosen verbalen Fehlgriffen trieb er in den 60er Jahren seine Parteifreunde in den Wahnsinn. Die jüngere Generation ergötzte sich hingegen an den Ausführungen ihres Staatsoberhauptes: "Man musste schon deshalb jeden Abend die 'Tagesschau' gucken, weil Lübke ja irgendwo wieder eine Rede gehalten haben konnte!" (Zeitzeuge)

Das berühmteste Lübke-Zitat ("Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger") ist vermutlich gar nicht von Lübke, sondern ihm in den Mund gelegt worden. Zumindest gibt es keinen Beleg für diesen Patzer.


Rede Kanada

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In meiner Kindheit bin ich durch Karl May an Kanada gekommen. Damals war ich sieben Jahre alt. Heute ist das anders. [Lübke 1967 in Kanada]

Heinrich Lübke besuchte in Kanada 1967 nicht nur die Expo in Montreal, sondern machte eine große Rundreise, die ihn offenbar nachhaltig beeindruckt hat.

Meine Damen und Herren, die Mitteilungen, die ich Ihnen mache, sind verh�ltnismäßig kurz, aber es ist ... Ich rate jedem, wenn er die Möglichkeit hat, nach Kanada zu gehen, da wird er eine, ein Wunderland sehen. Diese.., man muss natürlich diese Weiten auch überflogen haben. Wenn wir von Montreal nach, nach, äh, Calgary wollten, das ist die Hauptstadt von der Provinz Alberta, das dauerte schon sechs Stunden mit, mit großen Flugzeugen. So ist es also in, äh, in, äh, in Kanada nicht sehr leicht, sich zu bewegen und überall alles zu sehen, aber wer diese Möglichkeiten hat, wie wir sie von der Kanadischen Regierung gestellt bekamen, hat es eben. Und wir können ihnen dafür sehr dankbar sein. Wir sind mit allen in guter Einigkeit abgekommen, und ich glaube, dass die Auf.., die Auffassungen der Deutschen Regierung in der, in der Kanadischen Regierung durchaus ein volles, volle Übereinstimmung be.., aufweisen.

Ich wurde auch von der Kanadischen Regierung nach Ottawa eingeladen zur Hauptstadt, zu Besprechungen. Ich habe gefragt wegen meines Interesses, hab ich gesagt, ich wäre dort in meiner Jugend schon längst mit meinem Freunde Karl May spazieren gegangen. Dafür hatten sie volles Verständnis.

Die Rückreise war sehr anstrengend. Wir fuhr.., wir flogen 19 Uhr 30 gestern Abend ab und waren 9 Uhr 30 hier. Das wür.., würde bedeuten, dass wir also fünf Stunden länger unterwegs waren, als notwendig war, denn das, diese fünf Stunden ist eben die Umdrehung der, der Erde schuldig, verantwortlich dafür.

Rede Fische

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Tiefgekühlte Fische vs. frische Fische.
"s'ist gar nicht zu vergleichen!"

"Auch die Fischerei und die Fischindustrie hätten allen Anlass, durch intensivere Aufklärung und Werbung, den Konsumenten eine solche Kost schmackhaft zu machen. Es war schon 'mal besser damit, mit diese, mit dieser Propaganda und mit den Aufklärungsvorträgen und vor allen Dingen den, äh, Propaganda-Essen. Ich habe in Frankfurt ein Essen, ein Fischessen mitgemacht, wo also die Fische aus den Truhen sofort in die Küche kamen. Und die waren dann von den zuständigen Köchen oder Hausfrauen waren die entsprechend behandelt. Und ich kann nur sagen, es ist zwischen dem und den nicht in, durch die Truhen und die Tiefkühlketten herangebrachten frischen Fische, s'ist gar nicht zu vergleichen. Man behauptet nun, die Hausfrauen beziehungsweise die Fischesser hätten sich an die etwas angegangenen, oder äh, Hautgout ausgegangenen Fische besser gewöhnt, sie wären das gewohnt und liebten das, die, dieses mehr als die Frischen. Ich muss nur sagen, wer das sich nebeneinanderhält, der kann überhaupt keine andere Wahl, Wahl, wählen, das. Ohne die, ohne die Tiefkühlketten werden wir uns späterhin nicht mehr die Ernährung verbessern können."

Helmstedt

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Heinrich Lübke sprach am 17. Juni 1965 in Helmstedt, aber das wusste er leider nicht so genau:
"Liebe Mitbürger, liebe Jugend!
Ich danke zunächst einmal herzlich für den großartigen Empfang, den mir hier diese Stadt und hier der Marktplatz voller gedicht.., dichter Leute, stehender, dichstehender Leute bereitet hat. Ich darf Ihnen aber auch das eine versichern: Wenn ich dieses Jahr hier zum 17. Juni in, äh - [Zurufe: Helmstedt!] - Helmstedt spreche... Sie sehen daran, dass es nötig war, wenn ich hier dieses Jahr in Helmstedt spreche, dann ist es mein eigener Wunsch gewesen. [Beifall]
Ich danke auch der Bergkapelle und dem Gesangverein für ihre Darbietungen. Sie sind erhebend für diese Anst.., für diese Veranstaltung, die wir heute hier begehen. Und ich darf wohl sagen, als man das Lied von der Freiheit sang 'Freiheit, die ich meine', da konnte man sich vorstellen, dass damals dem Dichter des Liedes und auch dem Kommu.., Komponisten, dem haben wahrscheinlich, denen haben damals auch die Freiheiten gefehlt, die sie sich wünschten. Und deshalb dieser eindringliche, dieses eindringliche Lied, was eben auch eindringlich gesungen wurde."

Expo 67

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Anfang Juni 1967 besuchte Heinrich Lübke die Weltausstellung in Montreal, Kanada.

Im deutschen Pavillon verweilte Lübke ungefähr eine Stunde. Vor einem Schaukasten mit bunten Glaskugeln, die den Aufbau der Stadt Stuttgart darstellen sollten, mutmaßte der Präsident: "Das zeigt also, wie viele Menschen täglich mit der Elektrischen und wie viele mit der Eisenbahn fahren."

Von der Architektur des deutschen Pavillons war Heinrich Lübke besonders angetan:

"Dieser, was der Architekt dort geschaffen hat, durch dieses große Riesenzelt, das hat den Vor..., kolossalen Vorteil, dass an soundsovielen Eingängen die Leute hineinkönnen - dort war gar keine Drängerei, weil das alles rundlief; und bei manchen, z.B. bei der russischen Ausstellung, war praktisch nur ein Eingang und da ging noch eine Treppe dahinterher, wo man also genau beobachtet werden konnte."

Rede Buga

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1965 sprach Heinrich Lübke die Eröffnungsrede bei der Gartenschau in Essen:

"Es ist fast, als wenn das ver.., das äh, das verlorene Paradies zurückgekommen wäre. Wenn man dazu die Musik hat, dieses Orchester, städtische Orchester, dem ich bei dieser Gelegenheit ein herzliches Dankes- und Anerkennungswort sagen möchte, die hier im Grünen sitzen - [Beifall] - wie in einem Paradiese, in dem in jedem Moment, der äh ... - komm ich nich auf den Namen des Zwer.., des Gottes, der äh ... - in dem jeden Moment der ... na! Steht ja doch: die Ouvertüre zur? [Zurufe: Oberon!] - Oberon, der Oberon in jedem Moment erscheinen kann. [Räuspern]
Das ist wie ein Märchen, und dieses Märchen wollen wir ausnutzen. Wir wollen uns freuen, an diesem Tage hier gewesen zu sein, wo wir, wenn das Wetter nich ganz ausreicht, die Gartenschau im Saale miterleben."

Rede Wasser

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Heinrich Lübke äußerte sich bisweilen zu grundsätzlichen Fragen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen in diesem Zusammenhang seine Ausführungen zum Thema 'Wasser':

"... Herr Professor Hess sich auch von seinem Thema abwandte und uns über das Wesen und das, den Sinn der Elemente, über die alter-, über die mittelalterliche über die heutige Dichtung über das Wasser sprach, ist nicht nur etwas, was man nicht tun sollte, sondern es ist etwas, was man tun sollte. Dadurch - [Beifall] - dadurch wird solch ein Vortrag erst interessant; und ich glaube, es ist auch besser für das Publikum, wenn ein solch umfassender Vortrag einige Punkte des nachfolgenden Redners freimacht, und nicht vorge.., weil er nicht vorgetragen zu werden braucht, sondern auch den Redner entlastet, in einer Situation, wo er das gerne sieht.
Heinrich L�bke Sie haben in einer wundervollen Art die gesamte Notwendigkeit und den Sinn der Pflege des Wassers auch unter die kulturellen Gesichtspunkte gestellt. Sie haben damit angefangen, sie haben damit aufgehört. Man sollte wirklich denken, wenn wir heute ein gebildetes Europäertum wären, dann würden wir schon aus diesem Grunde der engen Verbindung alles dessen, was mit Wasser zu tun hat, gleichzeitig mit unserer Kultur, auch mit unserer, nicht auch, sondern mit unserer Dichtkunst ist das hier sehr klar in Erscheinung getreten. Dann würden wir schon aus dem Grunde vermeiden, dass wir hier Wasserläufe haben, die man als Wasserläufe nicht mehr ansprechen kann, sondern die als Kloaken nur bezeichnen kann."

Rede Deutsche Welle

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Und hier ein Schmuckstück:
Ein Interview Heinrich Lübkes mit der "Deutschen Welle"!

DW: Die Hörer der Deutschen Welle, die ja rund um die Welt die Sendungen der Welle empfangen, würden sich sicherlich über ein Wort von Ihnen freuen.

Lübke: Mit all diesen Leuten habe ich Kontakt gehabt.

DW: Ja?

Lübke: Das ist, äh, natürlich und vor allen Dingen: Man hat es mit Leuten zu tun gehabt, die, äh, eine gute Verantwortung hatten. Die hat sich aber inzwischen geändert, und ich habe die Verbindung verloren. Einzelne sind von denen krank, und so habe ich also, wüsste ich nicht, was die jetzt von mir erwarten sollte, ne.

DW: Würden Sie wieder ins Ausland gehen und dann mit Hörern der Deutschen Welle Kontakt haben?

Rede Sauerland

Rede Sauerland anhören [187 KB]

Nach meiner Asienreise hat mich die frische, rauhe Luft des Sauerlandes umgeschmissen."
[Heinrich Lübke im April 1967]